Unser Kapital ist eine schlagkräftige und moderne Züchtung. Unter Ausnutzung des Sommers in Südamerika und enge Zusammenarbeit mit der Landesanstalt für Landwirtschaft wird eine extrem schnelle Umsetzung des Zuchtfortschrittes erreicht.
Saatzuchtleiter Dipl. Ing. agr. Uwe Stephan

Saatzucht Bauer GmbH & Co. KG

Forschung und Entwicklung

Wir bearbeiten züchterisch Winterweizen, Sommerweizen, Hafer und Wintergerste. Dabei verfolgen wir eine Stammbaumzüchtung mit Einzelähren- bzw. Einzelrispennachkommenschaften. Selbstverständlich werden auch moderne Zuchtmethoden angewandt.

Nach Auslese der Kreuzungseltern beginnt die gezielte Kreuzung, die mit Hilfe einer Pinzette per Hand durchgeführt wird. Danach lässt man zuerst Aufspaltungen jeglicher Art zu, um die Vielfalt einer Kreuzung zu erkennen. Um ein Jahr der insgesamt 11 - 12 Jahre bis zur endgültigen Sorte einzusparen, wird die 2. Generation des Materials in Südamerika im hiesigen Winter und dortigen Sommer angebaut.

Nach den Schritten der Aufspaltungen, die zwei bis drei Jahre dauern, wird das Züchtungsmaterial durch scharfe Selektion und gezieltes Auswählen von Ähren- und Rispennachkommenschaften genetisch wieder eingeengt um letztendlich zu einer homogenen Sorte zu gelangen. Ab der 5. Generation sind erste Leistungsprüfungen möglich. Das Material wird nun auch an mehreren Standorten in Deutschland, Frankreich und anderen europäischen Ländern, sowohl in Ertragsprüfungen als auch in Beobachtungsanbauten getestet.

Nach einer dreijährigen, vom Bundessortenamt durchgeführten amtlichen Wertprüfung, bzw. zweijährigen Wertprüfung in diversen europäischen Staaten, steht ein Stamm zur Zulassung an.

Die Entwicklung einer Sorte benötigt neben züchterischem Können auch einen enormen logistischen und finanziellen Aufwand. So werden allein am Standort Niedertraubling jedes Jahr 600 Kreuzungen vorgenommen, 300 000 Ähren und Rispen per Hand geschnitten und davon 250 000 einzeln gedroschen, begutachtet und wieder ausgesät. Jährlich werden 10 000 Einzelparzellen in Niedertraubling auf 25 ha und weitere 4500 an verschiedenen Orten in Deutschland angelegt. Diese werden einzeln benotet, um später gezielt mit den Besten weiterzuarbeiten. Jede neu zugelassene Sorte wird so im Laufe ihrer Entwicklung mehr als 500 mal begutachtet und bewertet.

Auch nach der Zulassung wird die Sorte durch den Züchter in einer so genannten Erhaltungszüchtung weiterhin durch Ähren- und Rispennachkommenschaften und deren Selektion homogen gehalten. Dadurch erreicht man eine immer gleich bleibende Sortenreinheit.

Im Bereich der Grundlagenforschung, sowie beim Einsatz moderner Zuchtmethoden arbeiten wir als Gesellschafter der Bayerischen Pflanzenzuchtgesellschaft (BPZ) eng mit der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) in Weihenstephan zusammen. Diese Zusammenarbeit hat einen wesentlichen Anteil an unserem Zuchterfolg.